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Vor dem Investieren: die Checkliste für Ihre erste Geldanlage

Vor dem Investieren gehen Sie eine Checkliste mit sieben Schritten durch: ein Ziel mit Datum festlegen, teure Schulden tilgen, einen Notgroschen aufbauen, einen Finanzplan auf einer Seite schreiben, nur Geld beiseitelegen, das Sie lange nicht brauchen, genau verstehen, was Sie kaufen würden, und prüfen, an wen Sie zahlen würden. Fehlt ein Schritt, ist es am sichersten, zu warten und ihn zuerst nachzuholen.

Diese Lektion von Rendescor sagt Ihnen nicht, was Sie kaufen sollen; sie geht die Schritte der Reihe nach durch, mit einem Rechenbeispiel zum Notgroschen und einem Plan, der auf eine Seite passt.

Bausteine für Ersparnisse, Wohnen, Schulden, Zeit und Ziele liegen unten, die Geldanlage kommt obendrauf

Was sollten Sie vor dem Investieren prüfen?

Vor dem Investieren prüfen Sie sieben Dinge in dieser Reihenfolge: ein klares Ziel mit Datum, keine teuren Schulden, einen vorhandenen Notgroschen, einen Finanzplan auf einer Seite, Geld, das Sie jahrelang nicht brauchen, ein Produkt, das Sie erklären können, und einen Anbieter, den Sie selbst geprüft haben. Jeder Schritt sichert den nächsten ab; wer einen überspringt, schwächt den Rest.

Die Checkliste vor dem Investieren
SchrittSie sind bereit, wennNoch nicht, wenn
1. Ziel und ZeitrahmenSie können das Ziel, den Betrag und das Jahr nennen, in dem Sie das Geld brauchenDer Plan lautet „mein Geld vermehren“, ohne Datum
2. Teure SchuldenKein Kreditkartensaldo, kein überzogenes Konto und kein teurer Kredit ist mehr offenSie zahlen hohe Zinsen und hoffen, anderswo mehr zu verdienen
3. NotgroschenMehrere Monate notwendiger Ausgaben liegen jederzeit verfügbar auf einem TagesgeldkontoEine unerwartete Rechnung würde bedeuten, dass Sie Geld leihen oder etwas verkaufen müssen
4. Finanzplan auf einer SeiteEinkommen, notwendige Ausgaben, Schulden, Notgroschen und Ziele stehen auf einer SeiteDie Zahlen gibt es nur in Ihrem Kopf
5. Geld, das Sie lange nicht brauchenSie brauchen dieses Geld mindestens fünf Jahre lang nichtSie könnten es bald brauchen, etwa für Eigenkapital, ein Auto oder eine Rechnung
6. Verstehen, was Sie kaufenSie können erklären, wie die Anlage Geld verdient und wie sie Geld verlieren kannSie verlassen sich auf einen Tipp, ein Video oder den Erfolg eines Bekannten
7. Prüfen, an wen Sie zahlenSie haben den Anbieter selbst im offiziellen Register gefundenSie verlassen sich auf einen Link, eine Anzeige oder eine Nachricht

Gehen Sie die Liste von oben nach unten durch. Die ersten Schritte sind weniger spannend als die Auswahl einer Geldanlage, aber sie entscheiden darüber, ob Sie investiert bleiben können, wenn die Kurse fallen.

Warum brauchen Sie vor dem Investieren ein Ziel und ein Datum?

Ein Ziel und ein Datum zeigen, wie viel Risiko das Geld tragen kann. Geld, das Sie innerhalb von etwa fünf Jahren brauchen, liegt meist besser auf einem Sparkonto, denn ein Kursrückgang kurz vorher lässt vielleicht keine Zeit zur Erholung. Geld für Ziele, die zehn oder mehr Jahre entfernt sind, hat mehr Zeit, schlechte Phasen auszusitzen.

„Langfristig“ allein sagt wenig. „Eigenkapital für die Wohnung 2031“ oder „Ruhestand mit 63“ gibt Ihnen etwas, woran Sie Ihre Planung ausrichten können. Geben Sie jedem Geldtopf sein eigenes Datum, statt alle Ziele zusammenzuwerfen.

Planen Sie auch das Ende: Je näher das Datum rückt, desto mehr Geld schichten viele Menschen schrittweise auf das Sparkonto um, damit ein später Kursrückgang das Ziel nicht zunichtemacht. Die nächste Lektion, wie viel Risiko Sie bei der Geldanlage eingehen können, geht genauer auf den Anlagehorizont ein.

Erst Schulden tilgen oder investieren?

Meist zuerst die Schulden, wenn sie teuer sind. Wer einen Kreditkartensaldo, ein überzogenes Konto oder einen teuren Kredit ablöst, hat ein sicheres Ergebnis: Jeder zurückgezahlte Betrag stoppt Zinsen, die sonst mit Sicherheit anfallen würden. Das kann keine Geldanlage versprechen. Günstigere, länger laufende Schulden wie eine übliche Baufinanzierung müssen meist nicht zuerst weg, aber zahlen Sie jede Rate pünktlich.

Eine sinnvolle Reihenfolge für die meisten Menschen: Halten Sie einen kleinen Startpuffer, damit die nächste überraschende Rechnung nicht gleich wieder auf der Kreditkarte landet, zahlen Sie auf jede Schuld mindestens die Mindestrate, und stecken Sie dann jeden übrigen Betrag in die Schuld mit dem höchsten Zinssatz. Ist sie getilgt, fließt diese Rate in die nächste.

Achten Sie auf die tatsächlichen Kosten, nicht nur auf den beworbenen Zins: Ein Lockzins, der nach Ende des Angebots steigt, kann die Reihenfolge ändern. Wenn sich die Raten schon jetzt kaum stemmen lassen, sprechen Sie früh mit Ihren Kreditgebern und suchen Sie eine gemeinnützige Schuldnerberatung in Ihrer Nähe, bevor Sie ans Investieren denken.

Wie hoch sollte Ihr Notgroschen vor dem Investieren sein?

Der Notgroschen richtet sich nach Ihren notwendigen Ausgaben, nicht nach dem Einkommen. Rechnen Sie zusammen, was Sie weiter zahlen müssten, wenn Ihr Einkommen wegfiele, und multiplizieren Sie das mit der Zahl der Monate, bis wieder Geld hereinkommen könnte: meist drei bis sechs, mehr bei unregelmäßigem Einkommen oder wenn andere von Ihnen abhängen. Rechnen Sie absehbare größere Rechnungen hinzu.

Für die notwendigen Ausgaben nehmen Sie die Kontoauszüge der letzten drei Monate und addieren Wohnen, Energie, Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Kinderbetreuung, Handy und Internet sowie die Mindestraten für Schulden. Teilen Sie die Summe durch drei. Rechnen Sie dann einen Monatsanteil jährlicher Rechnungen hinzu, etwa für Versicherungsbeiträge. Lassen Sie Ausgaben weg, die Sie in einer Krise streichen würden, zum Beispiel Essen gehen.

Parken Sie den Notgroschen getrennt auf einem jederzeit verfügbaren Sparkonto, etwa einem Tagesgeldkonto, bei einer Bank, die unter die Einlagensicherung Ihres Landes fällt. Er gehört weder in eine Geldanlage noch in Krypto: Anlagen können genau dann an Wert verlieren, wenn Sie das Geld brauchen, oft im selben Abschwung, der auch Arbeitsplätze gefährdet.

Illustration: der Notgroschen für einen fiktiven Haushalt
PostenBetragSo wurde gerechnet
Wohnen1.150 €Miete, laut Kontoauszügen
Lebensmittel und Haushaltsbedarf480 €Durchschnitt aus drei Monaten, ohne Lieferdienste
Energie, Wasser, Handy und Internet250 €Durchschnitt aus drei Monaten
Mobilität210 €Sprit, Fahrkarten und Parken
Kinderbetreuung200 €Nachmittagsbetreuung
Versicherungen und Mindestraten110 €Jahresbeiträge geteilt durch 12, plus die Mindestrate einer Kreditkarte
Notwendige Ausgaben pro Monat2.400 €Summe der Zeilen darüber
Fünf Monate notwendige Ausgaben12.000 €Ein Einkommen ist unregelmäßig, deshalb fünf statt drei Monate
Absehbare Rechnung im Lauf des Jahres1.500 €Eine erwartete Autoreparatur
Zielbetrag für den Notgroschen13.500 €12.000 € + 1.500 €

Wenn der Zielbetrag weit weg wirkt, setzen Sie sich eine erste Etappe, etwa einen Monat notwendiger Ausgaben, und bauen Sie von dort weiter auf, mit einem Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang.

Nur eine Illustration: ein fiktiver Haushalt mit erfundenen Zahlen. Ihr eigener Zielbetrag hängt von Ihren Ausgaben, Ihrem Einkommen und davon ab, wer von Ihnen abhängt.

Was gehört in einen Finanzplan auf einer Seite?

Ein Finanzplan auf einer Seite enthält Ihr monatliches Nettoeinkommen, notwendige und flexible Ausgaben, Schulden mit ihren Zinssätzen, den Zielbetrag und den Stand des Notgroschens sowie jedes Ziel mit Betrag und Datum. Was danach übrig bleibt, ist der Höchstbetrag, den Sie monatlich investieren könnten. Bleibt nichts übrig, sagt Ihnen der Plan: noch warten.

  • Einkommen: Ihr Nettoeinkommen pro Monat. Schwankt es, nehmen Sie den niedrigsten üblichen Monat.
  • Notwendige Ausgaben: der Monatsbetrag aus Ihrer Notgroschen-Rechnung.
  • Flexible Ausgaben: Essen gehen, Hobbys und Abos, mit einem ehrlichen Betrag statt einem idealen.
  • Schulden: jede Restschuld mit Zinssatz und Mindestrate, der höchste Zinssatz zuerst.
  • Notgroschen: der Zielbetrag, was schon angespart ist, und die monatliche Überweisung.
  • Ziele: jedes mit Betrag, Datum und monatlicher Sparrate (der Betrag geteilt durch die verbleibenden Monate).
  • Langfristiges Geld: was nach allem anderen übrig bleibt, falls überhaupt etwas. Nur diese Zeile kommt für eine Geldanlage infrage.

Versehen Sie jede Fassung mit einem Datum und gehen Sie sie einmal im Jahr durch, nach großen Veränderungen wie einem neuen Job oder einem Umzug auch früher. Ein kleiner Betrag für die lange Frist bei sonst abgesicherten Finanzen ist besser als ein großer ohne Sicherheitsnetz.

Wenn Ihr Arbeitgeber Geld dazugibt, sobald Sie in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen, ist es meist sinnvoll, diesen Zuschuss voll mitzunehmen, bevor Sie anderswo investieren. Fragen Sie auch, ob es in Ihrem Land steuerlich begünstigte Konten zum Sparen oder Investieren gibt: Welches Konto Sie nutzen, kann so viel ausmachen wie das, was Sie kaufen.

Mit wie viel Geld sollten Sie anfangen zu investieren?

Investieren Sie nur Geld, das Sie mindestens fünf Jahre lang nicht brauchen und bei dem Sie einen starken Rückgang aushalten könnten, ohne Ihre Pläne zu ändern. Das ist die Zeile „langfristiges Geld“ in Ihrem Plan, nach Schulden, Notgroschen und nahen Zielen. Wer klein anfängt und regelmäßig nachlegt, lernt außerdem, wie sich ein Rückgang anfühlt, bevor viel auf dem Spiel steht.

Prüfen Sie den Betrag als Geldsumme, nicht in Prozent. Stellen Sie sich vor, die Summe fällt um ein Drittel und bleibt zwei Jahre lang dort. Müssten Sie dann verkaufen, Geld leihen oder ein Ziel verschieben, ist der Betrag vorerst zu hoch. Die Lektion zur Risikobereitschaft macht daraus einen kurzen Selbsttest mit Rechenbeispiel.

Woran erkennen Sie, dass Sie eine Geldanlage verstehen?

Sie verstehen eine Geldanlage, wenn Sie in zwei oder drei einfachen Sätzen erklären können, was sie ist, wie sie Geld verdient, wodurch sie Geld verlieren könnte, was sie jedes Jahr kostet und wie Sie wieder herauskommen. Können Sie das nicht, oder verlassen Sie sich auf die Zuversicht eines anderen, sind Sie noch nicht bereit, sie zu kaufen.

Lesen Sie die Unterlagen des Produkts selbst, nicht die Zusammenfassung der Person, die es verkauft. Bei einem Fonds sind das meist das Basisinformationsblatt und das Factsheet: worin er investiert, seine Risikoklasse, seine Kosten und wie Sie verkaufen können. Zwei Fonds mit unterschiedlichen Namen können weitgehend dasselbe besitzen, prüfen Sie also die enthaltenen Positionen.

Die Kosten verdienen einen eigenen Blick, denn eine jährlich abgezogene Gebühr summiert sich, ob die Anlage steigt oder fällt. Unsere Lektion Kosten der Geldanlage zeigt die Wirkung in Geld, und der Check „Zehn vor dem Zahlen“ für Ihre Anlageentscheidung führt alles zusammen, wenn Sie eine bestimmte Möglichkeit abwägen.

Wie prüfen Sie, an wen Sie zahlen?

Suchen Sie den Anbieter selbst im offiziellen Register der Finanzaufsicht Ihres Landes; tippen Sie deren Webadresse ein, statt einem Link zu folgen. Prüfen Sie, ob er diese Leistung anbieten darf, ob seine Kontaktdaten zu Ihren Angaben passen und ob die Zahlung auf ein Konto auf seinen eigenen Namen geht. Zahlen Sie nie an Privatpersonen oder Krypto-Wallets.

Bekannte Namen verdienen dieselbe Prüfung, denn Betrüger kopieren sie am häufigsten. Nehmen Sie sich dann Zeit: Zahlen Sie nie wegen einer Frist, eines Bonus für schnelles Handeln oder der Bitte, Stillschweigen zu bewahren. Eine echte Gelegenheit gibt es auch nächste Woche noch.

Unsere Lektion Finanzanbieter oder Broker prüfen geht das Register Schritt für Schritt durch, und die Lektion über Warnsignale für Anlagebetrug beschreibt die Drucktaktiken, mit denen Betrüger arbeiten.

Möchten Sie diese Checkliste mit Ihren eigenen Zahlen durchgehen? Im Einzelunterricht zur Geldanlage besprechen Sie Notgroschen, Plan und Prüfungen mit einer Lehrkraft, und die Entscheidung bleibt bei Ihnen. Nächste Lektion: wie viel Risiko Sie eingehen können.

Vor dem Investieren: häufige Fragen

Wie viel Geld brauche ich, um mit dem Investieren anzufangen?

Eine feste Summe gibt es nicht. Viele Anbieter nehmen schon kleine regelmäßige Beträge an. Die eigentliche Frage ist also, ob das Geld die Checkliste besteht: keine teuren Schulden, ein vorhandener Notgroschen und ein Betrag, den Sie jahrelang liegen lassen könnten. Wer klein anfängt, lernt außerdem, wie sich ein Rückgang anfühlt, bevor viel auf dem Spiel steht.

Soll ich zuerst einen Notgroschen aufbauen oder investieren?

Bauen Sie zuerst den Notgroschen auf. Ohne ihn könnte eine unerwartete Rechnung Sie zwingen, Anlagen zu einem schlechten Zeitpunkt zu verkaufen, und aus einem vorübergehenden Rückgang würde ein echter Verlust. Eine übliche Reihenfolge: ein kleiner Startpuffer, dann teure Schulden tilgen, dann der volle Notgroschen, dann investieren.

Ist es sicher, in etwas zu investieren, das ich nicht ganz verstehe?

Nein. Wenn Sie nicht erklären können, wie eine Geldanlage Geld verdient und wie sie Geld verlieren könnte, können Sie nicht beurteilen, ob ihre Risiken und Kosten zu Ihnen passen. Lesen Sie die wichtigsten Unterlagen, stellen Sie Ihre Fragen schriftlich und warten Sie, bis Sie sie mit eigenen Worten beantworten können.

Wann brauche ich stattdessen eine zugelassene Anlageberatung?

Wenn Sie eine persönliche Einschätzung möchten, was Sie kaufen sollten, oder wenn es um Altersvorsorge, Steuern, eine große Summe oder eine komplexe Entscheidung geht, wenden Sie sich an einen zugelassenen Finanzberater. Rendescor bringt Ihnen bei, die Entscheidung zu verstehen und gute Fragen zu stellen, gibt aber keine persönliche Anlageberatung.